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    Gardestern

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    Beitrag von Gardestern am Sa Nov 03, 2012 3:54 am

    Deutsche Besitzungen und Kolonien


    Die deutschen Besitzungen und Kolonien umfassen 2.655.000 qkm mit 12,4 Mio. Einwohnern, davon kommen auf Afrika 2.412.900 qkm mit 11,7 Mio Einwohnern, auf Ozeanien 243.800 qkm mit 453 Einwohnern. Sie setzen sich aus folgenden Teilen zusammen:


    A. In Afrika

    1. Kamerun
    495.600 qkm, 3 1/2 Mio. Einw. mit den Orten Duala, Kribi, Viktoria, Edea, Bibundi, Batanga, Buea (Regierungssitz), Yaunde, Rio del Rey, Mangamba, Marienberg, Bonjongo.

    2. Togo
    87.000 qkm, 1,5 Mio Einw. mit den Orten Anecho, Lome (Regierungssitz), Sebbe, Porto Seguro, Apame, Kete-Kratshi.

    3. Deutsch-Südwestafrika
    835.100 qkm, 200.000 Einw. mit den Orten Groß-Windhuk, Otjimbingue, Keetmanshoop, Gibeon, Swakopmund, Gobabis.

    4. Deutsch-Ostafrika
    995.000 qkm, 7 Mio Einw. mit den Orten Dar-es-Salam mit 13.000 Einw., Bagamoyo, Pangani, Tanga, Saadani, Kilwa, Lindi, Mikindani, Moshi.

    B In Ozeanien

    1. Deutsch-Neuguinea
    Es umfaßt Kaiser-Wilhelmsland, Bismarckarchipel und die Salomon-Inseln. 240.000 qkm, 380.000 Einwohner mit den Orten Friedrich-Wilhelmshafen, Konstantinhafen, Stephandsort, Herbertshöhe, Matupi, Ranlum, Mioko, Nusa, Crima und Berlinhafen.

    2. Marschallinseln
    405 qkm, 15.000 Einw. mit den Orten Jabwor (Jaluit), Nauru (Nawodo), Arno und Majeru.

    3. Samoainseln
    Sie bestehen aus Sawai und Upolu, 2.572 qkm, 33.000 Einw. mit den Orten Apia und Saluafata.

    4. Karolinen, Marianen- u. Palauinseln
    2.076 qkm u.36.000 Einw.

    C In Asien

    Das Pachtgebiet (Bai und Festland) Kiautschau
    mit 501 qkm, 125.000 Einw. und dem Ort Tsingtau.
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    Re: Allg. Übersicht

    Beitrag von Gardestern am Sa Nov 03, 2012 3:56 am

    Bemerkung von Fritz: Ich vermisse noch Deutsch-Witu (1895 bis 1990)
    und Nauru 1888 bis 1919

    Antwort vom Gardestern zu Nauru: Nach einem 1886 zwischen Deutschland und Großbritannien geschlossenen Abkommen über die Einflusssphären im Westpazifik wurde die Insel 1888 von Deutschland annektiert, erklärtermaßen zum Schutz deutscher Seefahrer. Nachdem 1900 dort enorme Phosphatvorkommen entdeckt worden waren, beteiligte sich Deutschland am Abbau.
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    Die Kaiserlichen Schutztruppen

    Beitrag von Gardestern am Di Jan 15, 2013 8:35 pm

    Die kaiserlichen Schutztruppen umfassen für

    Deutsch-Ost-Afrika
    - Europäische Offiziere und Unteroffiziere 268 Köpfe
    - Sonstige Mannschaften 1800 Köpfe

    Deutsch-Südwest-Afrika
    - Europäische Offiziere und Beamte 360 Köpfe
    - Sonstige Mannschaften 3628 Köpfe

    Kamerun
    - Europäische Offiziere und Unteroffiziere 154 Köpfe
    - Sonstige Mannschaften 950 Köpfe.

    (Stand 1909)
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    Kamelreiter

    Beitrag von Gardestern am Di Jan 15, 2013 8:40 pm

    Ein Disput aus dem alten Forum:

    14er Husar:
    In Bad Bevensen tauchte die Frage auf, woher die Kamelreiter-Kompanie, die im Osten des Landes im Gebiet der Kalahari zum Grenzschutz eingesetzt war, ihre Kamele bezog.

    Nach dem Herero-Aufstand wurde in Kalkfontein Nord unter Leitung eines Veterinäroffiziers ein Kamelgestüt eingerichtet, das die Remonten für die Schutztruppe lieferte. Die Aufzucht und Ausbildung muß wesentlich schwerer gewesen sein, als die Aufzucht und Ausbildung von Pferden. Erst im Alter von 6 Jahren kamen die Kamelremonten zur Truppe.

    Ein ehemaliger Angehöriger des Husaren-Regiments 14, der 1904 freiwillig zur Schutztruppe kam und die Heimat erst 1919 wiedersah, erzählte, das Kamelreiten sei auch für erfahrene Reiter sehr gewöhnungsbedürftig gewesen. Die Schaukelbewegungen durch den Paßgang des Kamels führten bei ihm anfangs zu Schwindelattacken. Einmal sattelfest, wollte er die Tiere jedoch nicht mehr missen. Bei längeren Patrouillenritten hat er des öfteren im Sattel schlafen können, ohne herunterzufallen.


    Ottenstein:
    Die ersten Kamele wurde m.W.n. bei Hagenbeck erworben und in Munster wurde das Personal ausgebildet, bevor es nach Süd-West ging.
    Man hatte während des Herero-Aufstandes festgestellt, daß in den Wüstengegenden die Pferde nicht immer geeignet sind.

    14er Husar:
    Die Verwendbarkeit von Pferden war schon gegeben. Allerdings gingen die aus Europa importierten Pferde meist innerhalb kurzer Zeit an einer in DSWA grassierenden Pferdeseuche ein.

    Ottenstein:
    Ich habe bislang nur Bilder mit Dromedaren gesehen. Gab es auch echte Kamele, also Trampeltiere?

    14er Husar:
    Das Trampeltier ist m. W. ausschließlich in den Steppen Asiens beheimatet. In Afrika gibt es ausschließlich Dromedare.

    Fritz:
    Hagenbeck beschaffte die Tiere, es waren also keine aus dem Zoo. Die Ausbildung in Munster dauerte mehrere Monate. Das Expeditionskorps wurde von Hauptman von Eckert geführt.
    Über "Die Verwendung des Kamels in Deutsch-Südwest" äußerten sich Tierzucht-Experten in denWNDHUKER NACHRICHTEN im Sommer 1908:
    Ungefähr 1300 Tiere wurden durch die Schutztruppe von der Firma Hagenbeck (Hamburg)vornehmlich zur Beförderung von Lasten angekauft, während nur etwa 150 bis 200 Reitkamele fürPatrouillen in Wüstengebieten vorgesehen waren, wo Pferde und Maultiere keine Chance zumÜberleben gehabt hätten.
    Da Kamele zoologisch zur Klasse der Schwielen-Sohler zählen, muss man unterscheiden zwischendem sogenannten "Trampeltier", allgemein als "Kamel" bezeichnet (mit zwei Höckern), undandererseits dem "Dromedar" (mit nur einem Höcker). Die eigentümliche Beschaffenheit der Füßebzw. das Laufen und Auftreten mit der vollen Länge der zwei mit einer "Schwielensohle" versehenenZehen, ermöglichen dem Tier müheloses Vorwärtskommen in schwerem Sandboden, wo sonst Pferde und Maultiere tief einsinken und rasch ermüden würden.

    Kronprinz:
    Lamas sind auch Kamele. Und Vikunjas auch. Und Alpakas auch. Und dann gibt es auch noch zweibeinige...
    Der Kompaniechef der Kamelreiterkompanie hieß Friedrich von Erckert.
    Den Grenzschutz im Osten bewerkstelligte die Kaiserliche Landespolizei, nicht die Schutztruppe.
    Während des Hererokrieges hat man Kamele kaum vermißt. Die Landschaft des Hererolandes ist für die Verwendung dieser Tiere nicht geeignet.
    Die Vorbereitungen zum Feldzug 1908 gegen Simon Koper (nicht Kopper!) in die Weiten der Kalahari bis auf englisches Gebiet (heute Botswana) dauerten fast ein Jahr.
    Ich verweise hier auf die Schriftenreihe des Traditionsverbandes und das Generalstabswerk.
    Außerdem heißt es nicht DSW sondern DSWA. Den deutschen Südwesten sollte man in der Nähe des Schwarzwaldes suchen.

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