Wirtschaftsparteien

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    Gardestern

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    Wirtschaftsparteien

    Beitrag von Gardestern am Mo Okt 01, 2012 8:14 pm

    Der Hansabund
    [b]

    Die aktuelle Steuerpolitik des Reichstages gab 1909 den Anlaß für die Bildung eines über ganz Deutschland sich erstreckenden Hansa-Bundes, der am 12. Juni in Berlin gegründet wurde.

    Der Bund versteht sich als "unpolitisch" und bezeichnet sich als "wirtschaftliche Vereinigung mit wirtschaftspolitischen Zielen".

    Der Umstand, daß der erste Vorsitzende, Justizrat Riesser (Hamburg), den Kampf gegen die rechts stehenden Parteien zur Losung des Hansa-Bundes erhob, führte dazu, daß sich ein großer Teil der Schwerindustriellen, vor allem aus dem Rhein- und Saarland, wieder vom Bund abwandten.
    Der Hansa-Bund wurde am 12. Juni 1909 auf einer vom Centralverband des deutschen Bankgewerbes und vom Centralverband deutscher Industrieller nach Berlin berufenen Versammlung begründet. Erster Vorsitzender war Prof. Riesser aus Berlin.

    Der Brockhaus von 1910 erklärt den Bund als: Eine wirtschaftliche Vereinigung zum Schutz der gemeinsamen Interessen von Industrie und Handel. Sie hat u. a. den Zweck, eine auf Gleichberechtigung aller Handels-, Industrie- u. Gewerbezweige beruhende Wirtschaftspolitik gegenüber einseitiger Bevorzugung der Landwirtschaft durchzusetzen.

    Was sich an dieser Stelle meinem Wissen entzieht ist die Frage, wurde die Landwirtschaft im Reichstag wegen der besonderen Lobby der Junkerschaft im Parlament tatsächlich über Gebühr bevorzugt oder gab es tatsächlich eine durch die Regierung zu behebende Agrarkrise und die Großindustriellen waren lediglich eifersüchtig wegen der hier eingesetzten Mittel?
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    Gardestern

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    Die Wirtschaftspartei

    Beitrag von Gardestern am Mo Okt 01, 2012 8:16 pm

    In einer Zeit, als Haus- und Grundbesitzervereine gegen die "Zwangswirtschaft" Front machten und sich energisch gegen die unter sozialdemokratischem Einfluß stehenden Konsumgenossenschaften wehrten, entstand die Wirtschaftspartei (WP), auch Reichspartei des deutschen Mittelstandes genannt.

    Zunächst hielten sich ihre Interessenvertreter an die beiden konservativen oder Rechtsparteien. Da diese aber, wie sie meinten,ihre Versprechungen nicht hielten, gründeten sie mit der WP eine eigene Partei.

    Die WP vermeidet es, sich an der Erörterung der großen politischen Probleme zu beteiligen. Die Entscheidungen fällt sie rein nach taktischen Erwägungen und vor allem im Hinblick auf die Interessen ihrer Klientel.

    Seit 1904 ist sie im Reichstag vertreten und bildet hier mit Welfen und dem Bayrischen Bauernbund eine gemeinsame Fraktion.

      Aktuelles Datum und Uhrzeit: Di Dez 18, 2018 3:32 pm