Krieg als Kostümfest

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    Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Ulmer-Pionier am Sa Okt 19, 2013 7:45 am

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    leibgrenadier

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von leibgrenadier am Sa Okt 19, 2013 9:58 am

    Wie schön, daß wir uns bei unseren Veranstaltungen in Frankreich und Belgien nicht mit der deutschen Gutmenschen-Journaille herumschlagen müssen.
    Denen ist einfach der Weg zu weit.
    Und dadurch haben wir nur positive Presse.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Sa Okt 19, 2013 10:46 pm

    Ein Kommentar ist immer die eigene Meinung des Schreibers, und wenn dieser die Sache nicht toll findet, dann findet er sie eben nicht toll, als Leser kann man dann die Ansicht nun teilen oder nicht, ganz wie man selber darüber denkt. Fakt ist: Ohne solche "Kostümfeste" und ihre Teilnehmer, die sich für die Sache mit Herzblut und einen nicht unerheblichen zeitlichen und finanzielen Aufwand
    engagieren, die sich in die Zeit einleben und sich mit dieser Intensiv beschäftigen, würden viele dieser Ereignisse der Vergessenheit anheim fallen. Den es ist ja kein Karnevalsumzug mit Kammelewurf zu Volksbelustigung. Außerdem nervt es doch, das man in Gesprächen mit Außenstehenden immer eine Begründung liefern muß, warum man sich mit diesen Thema beschäftigt, warum gehen die Leute tanzen, weil es ihnen Spaß macht. Warum beschäftige ich mich damit? Weil mir Spaß macht. So gesehen ist das Umfeld in Frankreich und England zu diesen Thema natürlich viel freier.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Ulmer-Pionier am So Okt 20, 2013 4:17 am

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    Sodale! Meine ersten Eindrücke dieser Fernsehübertragung:

    - wiedermal Weibsvolk verkleidet als Soldaten
    - sehr viele moderne Kassengestelle mit und ohne Sonnenschutz (sind denn heutzutage alle sehbehindert???)
    - offiziell hat man nicht Krieg gespielt, sondern den Toten gedacht (Kranzabwurf sieht anders aus, aber was versteh' ich davon!)
    - habe sogar Steckenpferde bei einigen Kavalleristen entdeckt (gab ja wohl im Vorfeld Einreiseschwierigkeiten für Vierbeiner!)

    ansonsten war ich trotzdem beeindruckt ob der schieren Maße an Darstellern!
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am So Okt 20, 2013 8:59 am

    Weibsvolk? Ist hier Weibsvolk anwesend? (Monty Phyton, Das Leben des Brian)
    Die Damen hießem sicherlich Elenore mit Vornamen.
    Brille - Verständlich, keiner möchte den Fehler GustavII.Adolf wiederholen.
    Totengedenken - Tot ist nur wer vergessen ist.
    Anreise ohne Pferd - ohne Equidenpass darf unser treuer Vierbeiniger Gefährte nun mal nicht auf den Anhänger.

    Aber Spaß beiseite, es ist wirklich beeindruckend, wieviele Menschen sich bei der Veranstaltung eingebracht haben, auch ein Lob der Leitung, die Vorbereitung und Organisation zu geregelten Ablauf geleistet haben und das selbe auch denen die an der Veranstaltung begeistert haben teilgenommen.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Ulmer-Pionier am So Okt 20, 2013 10:21 am

    Nun auch in der Mediathek:

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Gardestern am So Okt 20, 2013 8:00 pm

    Ulmer-Pionier schrieb:wiedermal Weibsvolk verkleidet als Soldate
    Wir sollten uns vergewissern, es gab nicht nur als Männer "verkleidete" Kämpferinnen wie Eleonore Prohaska, es gab auch Frauen, die sichtbar als Frauen als Soldaten mitkämpften. So Auguste Friederike Krüger, die in Dennewitz das Eiserne Kreuz bekam und in Leipzig zum Unteroffizier befördert worden ist.

    Ergo: Wenn Preußen in Not ist, wird der "kleine Unterschied" schon mal nicht so genau genommen.

    Sicherlich, es gab manche Peinlichkeiten, wenn man mit Ernst an die Sache herangeht: Mondäne Brillen, Schmierfernsprecher am Ohr bzw. hochhaltend um Bilder zu "schießen", Plasteflasche am Hals etc. pp.

    Was mir tiefgründiger aufgefallen ist: Bei den deutschen Darstellern zumeist alte Herren mit Bäuchen (als Betroffener weiß ich wovon ich rede), lahm im Schritt und lässig, wenn nicht gelangweilt in Kommando und Ausführung.
    Das extreme Gegenbeispiel ein russ. Infanterieverband, den ich am Vortag bei der Generalprobe aus der Nähe kennenlernen konnte. Nicht nur sauber und detailgenau uniformiert, alles sportliche Männer zwischen 20 und 30 Jahren, diszipliniert im Verband marschierend, zackig in der Ausführung. Da möchte man fragen, hat uns hier Putin heimlich seine Präsidentengarte untergeschoben??

    Vielleicht liegt es auch daran, daß in anderen Völkern alte Geschichte noch besser parat ist, und - wie hier zu Lande - junge Leute kein Problem damit haben, diese praktisch darzustellen.


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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Mo Okt 21, 2013 4:14 am

    In Rußland wird auch die alte Uniformtradtion des Zarenreiches offiziel hochgehalten, wenn man z. B. in den Nachrichten Berichte aus dem Kreml sieht, sind die diensttuenden Soldaten in der Uniform der LG Prèobrajenski mit Kiver und Vorhemd zu sehen.

    Bei unseren Wachbattalion ist der 98 K, der einzige Gegenstand, der auf die Deutsche Militärgeschichte hinweist, oder sehe ich da was Falsch?
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Feldbahner am Mo Okt 21, 2013 10:04 am

    Nur so am Rande. Am Wochenende war ich zum Zwiebelmarkt in Hettstedt.  Dort kreuzte ich einige Uniformierte. Auf meine Frage hin, warum sie nicht in Leipzig zur Völkerschlacht waren und sich lieber auf einen Volksfest präsentieren wollen bekam ich zur Antwort. Warum sollen wir, uns gab es doch erst ein paar Tage später.
    Wieder was in der Geschichte gelernt.  Hier ein Link mit Geschichte zur Truppe: [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]

    Hier noch ein nettes Bild von einem kleinen Jungen der mich abhalten sollte nicht so nah an die Kanone zu kommen weil geschossen wird.

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Ulmer-Pionier am Do Okt 24, 2013 10:57 pm

    Ist ja sonst nicht meine Lektüre, wurde aber quasi mit der Nase draufgestoßen!



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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von leibgrenadier am Do Okt 24, 2013 11:39 pm

    Ich denke mal, diese Spinner findet man in allen Epochen. Angefangen bei den Römern - wobei es bei denen wiederum als "Saluto Romano" wohl korrekt wäre.

    Aber der Staatsschutz ist ja an der Sache dran.

    Vielleicht stellt sich ja heraus, daß der "Uniformierte" Künstler ist und diesen Gruß wie Jonathan Meese als Ausdruck seiner künstlerischen Performance sieht - dann ist dies ja wiederum straffrei.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Do Okt 24, 2013 11:45 pm

    Die Zeitung mit den vier Buchstaben war mal wieder schneller als der Staatsschutz und hat den Mann in Norddeutschland gefunden.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Gardestern am Sa Okt 26, 2013 4:40 am

    Unter diesen schrecklichen Umständen kann ich gut verstehen, daß Herr Obama genau wissen will, was dieses böse und unbelehrbare Volk denkt. Das gut überschaubare Norddeutschland bietet sich notfalls auch für einen Droheneinsatz an.


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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Sa Okt 26, 2013 6:50 am

    Moin, in unserer "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg ist heute auch ein hübscher Leserbrief unter dem Titel "Kriegspielen im Namen der Kultur" erschienen, worin sich der Schreiber über den Niedergang unserer Kultur beklagt. Einfach mal unter nwzonline.de, Leserbriefe reinschauen, lesen und still genießen. (Aber vorher keinen Kaffee trinken, könnte vielleicht hochkommen.)
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Feldbahner am Sa Okt 26, 2013 8:44 am

    Leibhusar1911 schrieb:Moin, in unserer "Nordwest-Zeitung" aus Oldenburg ist heute auch ein hübscher Leserbrief unter dem Titel "Kriegspielen im Namen der Kultur" erschienen, worin sich der Schreiber über den Niedergang unserer Kultur beklagt. Einfach mal unter nwzonline.de, Leserbriefe reinschauen, lesen und still genießen. (Aber vorher keinen Kaffee trinken, könnte vielleicht hochkommen.)
    hier dazu der Link : [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von FuAr7 am Di Okt 29, 2013 4:03 am

    Leserbriefe sind wohl nicht vorhanden...
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    Zietenhusar

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Zietenhusar am Do Okt 31, 2013 10:50 am

    Verstehe ich alles nicht.

    Selbst stelle ich nicht dar, würde aber niemals die hehre Absicht in Frage stellen. Wo führt das noch hin?
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Kaiserulan am Mo Nov 04, 2013 9:45 pm

    Ich bin ja das erste Mal bei einer napoleonischen Veranstaltung mitgeritten und ich muss sagen, dass es ein großes Erlebnis war. Allein diese Dimensionen einmal miterleben zu können und ein annäherndes Bild davon bekommen zu können, wie sich das damals abgespielt haben könnte. Es war bisher die größte Reenactment-Veranstaltung in Europa und vermutlich wird nur Waterloo 2015 daran reichen.

    Die akademischen Spitzfindigkeiten, ob das jetzt Kriegsdarstellung ist oder nicht, interessiert augenscheinlich wirklich sehr wenige Leute. Die beeindruckenden Zuschauerzahlen belegen ein anderes Bild. Als wir in Leipzig waren, haben wir nur extrem positive Zuschauerreaktionen erlebt. Und das ist doch gut so. Die Leute sind durch diese Veranstaltung wieder dazu gebracht worden, sich mit ihrer Geschichte zu befassen. Viele werden dazu gebracht worden sein, mal wieder ein Buch zu lesen.



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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Ulmer-Pionier am Do Nov 14, 2013 6:42 am

    Das Kriegspielereien sicherlich auch ein Publikum findet, wurde ja nicht in Abrede gestellt.

    Sicherlich fände sich ab kommenden August auch ein entsprechendes Publikum für kinderschreckende Hunnen, ebenso wie sich "Gladiatoren-Spiele" ein völlig unvoreingenommenes und stets gutunterhaltenes Publikum über die Jahre erschlossen haben.

    Ob die Einschätzung lediglich "akademischen Spitzfindigkeiten" geschuldet ist, ist irrelevant, denn wer Krieg darstellt, spielt eben Krieg nach! Da hilft's auch nix, wenn hinterher der knuddelige Onkel Napi dem zauseligen Onkel Blücher das freundschaftliche Patschehändchen reicht!

    Das wäre ja auch zu einfach - man stelle sich vor bei einer WKII-Veranstaltung schüttelte zum Ende hin der Onkel Churchill dem Onkel Adi die Flosse - zurecht kaum vorstellbar!!!

    Die Frage ist, will/soll man sich diesen Schuh anziehen? Wenn ja, wie eben auch in Leipzig geschehen (und gut im TV-Beitrag zu vernehmen), kommt es eben zu abenteuerlich zurechtgelegten Rechtfertigungs-Konstrukten!

    "Wir ehren die Toten" heißt es dann, indem wir den Krieg nachstellen. Wobei nicht immer pietätvoll über die Schlachtfelder gewatschelt und nachts völkerverständigend gezecht wird. Letzteres allerdings dient unbestreitbar dem Weltfrieden! Hätte man in der Geschichte öfters miteinander gesoffen, es wäre weniger gemeinsam elend krepiert worden!!!

    Die Frage sollte eigentlich sein, um was geht es bei solch Veranstaltungen eigentlich?

    Von vielen Darstellern hört man, es ginge um die Selbsterfahrung auf dem Schlachtfeld - quasi "Kriegerles light" für verwöhnte Zeitgenossen ohne Risiko und mit absehbarem "Feierabend". Harmloses "Männerzeugs" eben. Das Publikum sei dabei egal, eher sogar störend. Diesen Selbsterfahrungs-Kameraden ist in aller Regel die Vermittlung von Geschichte, von historischen Zusammenhängen und Entwicklungen mindestens zweitranging, wenn nicht gar schnurz, die wollen in erster Linie selbst was erleben, am besten ohne störende Gaffer und blöden Fragen aus dem Publikum.

    Suum cuique!

    Aber wegen dieses Beweggrundes - der Selbsterfahrung und dem Spaß am "Bumm" und "Peng" - klingen die heruntergeleierten Rechtfertigungsphrasen oft unglaubwürdig und wirken eher der inzwischen recht verdrehten und radikal-friedensbewegten "politischen Korrektheit" in diesem Lande geschuldet oder ist auch nur vorauseilende Schadensbegrenzung in Sachen "kritischer Wahrnehmung von außen"!



    ("Sodale" jetzt ist mir vor lauter Häme der rote Faden verloren gegangen - sollte er sich wiederfinden lassen, dann wird fortgesetzt - wenn nicht, dann sei das hier einfach so dahingeworfen, zur allgemeinen Belustigung oder auch zur ernsthaften Diskussion!)


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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von leibgrenadier am Do Nov 14, 2013 7:20 am

    Ulmer-Pionier schrieb:...klingen die heruntergeleierten Rechtfertigungsphrasen oft unglaubwürdig und wirken eher der inzwischen recht verdrehten und radikal-friedensbewegten "politischen Korrektheit" in diesem Lande geschuldet...
    Lieber Christian,

    wenn Du - wie wir - öfters mal an Veranstaltungen im Ausland teilnehmen würdest - ob nun "kriegerisches Reenactment" oder "friedliche Gedenkmärsche" ist dahingestellt - könntest Du eine sehr interessante Erfahrung machen.

    Die deutschen Teilnehmer rechtfertigen sich immer für ihr Tun.

    Fragst Du einen Engländer oder Franzosen, dann kommt evtl. die Gegenfrage:
    "Warum gehst Du am Wochenende ins Fußballstadion oder in die Disco?"

    Die Antwort ist ganz einfach:
    "Weil's Spaß macht!"

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Do Nov 14, 2013 10:07 am

    Mein lieber Leibgrenadier, das ist genau das, was ich auch schon hier geschrieben habe, das es nervt, das man sich für sein Hobby oder Interesse an der Sache immer meint, man müßte sich ein Feigenblatt vorbinden und sich für seine Sache immer erklären oder entschuldigen. Also, warum gehen die Leute tanzen, weil es ihnen Spaß macht! So sollte man es auch in unseren Bereich sehen, wobei ich außerdem denke, das das Verletzungsrisiko bei einem durchschnittlichen Kreisligaspiel für einen höher ist als bei solch einer Veranstaltung. Unsere englischen Vettern und die Franzosen sehen die Sache tatsächlich viel entspannter, aber um Grimmelshausen aus den "Simply Simplisissimus" zu zitieren, der Deutsche will alles sein, nur nicht Deutsch, und das ist schon über 350 Jahre her.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von leibgrenadier am Do Nov 14, 2013 10:11 am

    Leibhusar1911 schrieb:... der Deutsche will alles sein, nur nicht Deutsch...
    Ich bin's gern und sogar etwas stolz darauf und das ist auch gut so
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Leibhusar1911 am Fr Nov 15, 2013 5:49 am

    Das sehen die meisten Mitglieder (mich eingeschlossen) hier im Forum sicher genau so, aber wer im Urlaub auch schon mal erlebt hat, wie die Landsleute am Nebentisch radebrechend ihre Bestellung aufgeben, obwohl die Bedienung Deutsch versteht und auch spricht, weiß was ich meine.
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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von Kaiserulan am Sa Nov 16, 2013 11:01 pm

    Ulmer-Pionier schrieb:Das Kriegspielereien sicherlich auch ein Publikum findet, wurde ja nicht in Abrede gestellt.

    Aber wegen dieses Beweggrundes - der Selbsterfahrung und dem Spaß am "Bumm" und "Peng" - klingen die heruntergeleierten Rechtfertigungsphrasen oft unglaubwürdig und wirken eher der inzwischen recht verdrehten und radikal-friedensbewegten "politischen Korrektheit" in diesem Lande geschuldet oder ist auch nur vorauseilende Schadensbegrenzung in Sachen "kritischer Wahrnehmung von außen"!

    Das ist völlig korrekt. Die Kommentatoren tappen da wie die Tanzbären in die publizistische Rechtfertigungsfalle und wirken völlig unglaubwürdig. Warum nicht sagen, dass man Freude an der Beschäftigung mit der Geschichte hat und es für toll hält, dass das so viele Zuschauer anlockt und sich durch so etwas viele in unserer Geschichtslosen Zeit wieder mit ihrer Geschichte beschäftigen.

    Christian, im übrigen tappst du mit Deiner Argumentation leider auch in dieselbe Rechtfertigungsfalle, indem du zwischen militärischer Kriegs- und Friedensdarstellung qualitativ unterscheidest. Für die Leute, die generell ein Problem mit Militär haben oder die einfach nur unbedarft sind, ist das völlig unerheblich und erscheint Ihnen auch unglaubwürdig und verschwurbelt in der Argumentation.
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    KönigKarlUlan

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    Re: Krieg als Kostümfest

    Beitrag von KönigKarlUlan am Sa Nov 16, 2013 11:15 pm

    Ich kann hier Peter nur zustimmen !

    Und wenn wir uns in einem anderen "Medium" befänden, würde ich seine Aussage mit einem "like" kommentieren !

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    Re: Krieg als Kostümfest

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